Deutsche Bahn

Zerstörungsfreie Prüfung

Nutzen Sie unser Instandhalter-Regelwerk

Wir stellen Ihnen das Instandhalter-Regelwerk für die zerstörungsfreie Prüfung an Schienenfahrzeugen und deren Komponenten bereit.

In allen Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung existieren ZfP-Prüfstellen, welche die Forderungen der DIN 27201-7 erfüllen. Die Prüfstellen besitzen die Anerkennung durch die Inspektionsstelle des Fachbereichs Zerstörungsfreie Prüfung der DB Systemtechnik GmbH in Brandenburg-Kirchmöser.

Unsere ZfP-Prüfstellen besitzen einen umfangreichen Erfahrungsschatz in der zerstörungsfreien Prüfung unterschiedlichster Schienenfahrzeuge und deren Komponenten.

Die ZfP-Prüfstellen arbeiten mit den zugelassenen Prüfverfahren Sichtprüfung
VT (visual testing), Magnetpulverprüfung MT (magnetic particle testing), Eindringprüfung
PT (penetrant testing), Ultraschallprüfung UT (ultrasonic testing), Röntgenprüfung
RT (radiographic testing) und Wirbelstromprüfung ET (eddy current testing), die an das jeweilige Produktportfolio des Werkes angepasst und angewendet werden. Zudem erfüllen alle ZfP-Prüfstellen die Anforderungen der zerstörungsfreien Prüfung nach DIN EN 15085 (Schweißnahtprüfung im Schienenfahrzeugbau).

Insbesondere im Bereich der Radsatzprüfung wird neben der Handprüfung die mechanisierte Prüfung in unseren Werken angewendet. Darüber hinaus verfügen wir über modernste Ultraschallprüfanlagen zur Prüfung von Vollwellen, von Wellen mit Längsbohrung und von Rädern. Mit dem Einsatz dieser Prüfanlagen können Defekte schneller gefunden und rechtssicher dokumentiert werden. 

Für die Zerstörungsfreie Prüfung von sicherheitsrelevanten Bauteilen an Eisenbahnfahrzeugen fordert die DIN 27201-7 freigegebene Prüfanweisungen. Die „Für die Instandhaltung zuständige Stelle“ eines Fahrzeuges muss diese für die Durchführung der Prüfungen zur Verfügung stellen.

Wenn die erforderlichen Anweisungen nicht bereitgestellt werden können, schlagen wir vor, Eigene anzuwenden. Dabei prüfen Sie als Kunde die Eignung dieser Prüfanweisungen für den vorgesehenen Anwendungsfall und im positiven Fall vereinbaren wir vertraglich deren Verwendung für einen Auftrag.

Wir halten eigene ZfP-Prüfanweisungen vor, die aus der Erfahrung der Werkstätten zur Prüfung der unterschiedlichen Schienenfahrzeuge benötigt werden. Die Erstellung und Freigabe dieser Anweisungen erfolgen gemäß DIN 27201-7 durch eine ZfP-Kompetenzstelle. Somit ist ein normenkonformes Arbeiten sichergestellt.

Die Entwicklung von Verfahren zur Zerstörungsfreien Prüfung für neue Anwendungsgebiete ist wichtiger denn je. In der Herstellung von Schienenfahrzeugen nimmt der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen und Klebeverbindungen (z.B. Scheiben) stetig zu. Bisher gibt es in der Branche keine praxistaugliche Lösung für eine zerstörungsfreie Prüfung dieser Verbindungen.

Wir haben die Brisanz und Dringlichkeit dieses Themas erkannt und haben uns im Rahmen der DB Innovation Challenge dieser Aufgabe gestellt. Gemeinsam mit kreativen Köpfen aus Industrie, Wissenschaft und Startup-Unternehmen haben wir eine Lösung gefunden:


Unser Lösungsansatz bei Faserverbundwerkstoffen und Klebverbindungen

Das Konzept der Werke beruht auf einem Prüfverfahren, das in ähnlicher Weise bereits in der Luftfahrt und an Rotorblättern von Windkraftanlagen eingesetzt wird. Dieses Prüfverfahren wurde auf die bei Schienenfahrzeugen gebräuchlichen Faserverbundmaterialien übertragen. Es zeigt die Position und Dimension verborgener Schäden, sodass diese gezielt beseitigt werden können.


Unsere Kunden profitieren

Die Fahrzeuge sind mit diesem Prüfverfahren schneller wieder verfügbar, da Ausfallzeiten durch unvorhergesehene sowie unnötige oder vorsorgliche Reparaturen vermieden werden. Gleichzeitig senkt das Verfahren den Materialverbrauch und verbessert die Planungssicherheit von Reparaturmaßnahmen. Mit unseren mobilen Prüfgeräten können wir das neue Prüfverfahren auch in Ihren Werken vor Ort durchführen.

 

Begriffserklärung:

Faserverbundmaterialien sind Mischwerkstoffe aus zwei oder mehr Komponenten, die schichtweise aufgebaut sind. Das Besondere daran ist, dass die Komponenten durch Wechselwirkungen bestimmte Eigenschaften entwickeln, die ein einzelner Stoff so nicht mitbringt. Ein Beispiel für Faserverbundmaterialien ist glasfaserverstärkter Kunststoff.