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Jahresrückblick 2019 – Ausblick auf 2020

Deutschland braucht eine starke Schiene. Für das Klima. Für die Menschen. Für die Wirtschaft. Für Europa.

Mit der Strategie „Starke Schiene“ setzt die Deutsche Bahn für die gesamte Branche auf Wachstum im Personen- und Güterverkehr sowie den Ausbau der Kapazitäten. Denn unser Land wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Grundvoraussetzung dafür sind nicht nur Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur und neue Fahrzeuge, sondern vor allem auch in die Robustheit und Verlässlichkeit im laufenden Betrieb. Wir werden als DB Fahrzeuginstandhaltung unseren Beitrag dazu leisten. Fahrzeugverfügbarkeit ist unser Kerngeschäft. Hier wollen und müssen wir als Teil der Strategie „Starke Schiene“ noch besser werden. Deshalb liegt 2020 unser Fokus auf Maßnahmen zur Stärkung der Robustheit.

Neuaufstellung für mehr Effizienz

2019 war bereits durch viele Veränderungen geprägt. So starteten wir erfolgreich eine funktionale Neuaufstellung, um durch Effizienzsteigerung und Schnittstellenminimierung den Anforderungen unserer Kunden besser gerecht zu werden. Als Vorsitzender der neuen Geschäftsführung der DB Fahrzeuginstandhaltung trage ich dafür gemeinsam mit Ramona Grün (Geschäftsführerin Personal) und Karsten Reinhardt (Geschäftsführer Finanzen und Controlling) die Verantwortung. Wir sehen unsere Kunden als Partner. In unseren zwölf Werken mit qualifizierten Mitarbeitern verfügen wir über eine fahrzeugübergreifende Kompetenz, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Deutschen Bahn gefragt ist. Gemeinsam wollen und werden wir unseren Service, insbesondere im Hinblick auf die Fahrzeugverfügbarkeit, stetig verbessern, beispielsweise durch den Ausbau der Instandhaltungskapazitäten, aber auch durch Digitalisierung und Automatisierung der Instandhaltungsprozesse.

IT-Lösungen für die gesamte Reisekette

Aufbauend auf unserer Expertise in der Modernisierung von Schienenfahrzeugen haben wir in unserem Portfolio Colibri – „Coach Link for Broadband Information exchange“ eine Reihe von IT-Lösungen, IT-Produkten und IT-Dienstleistungen entlang der gesamten Reisekette entwickelt. Diese können in allen Fahrzeugen des Schienen- und Straßenverkehrs sowie an Stationen angewendet werden. Bahnfahrer verdanken Colibri unter anderem eine der größten Annehmlichkeiten: den Internetzugang. In diesem Jahr haben wir bereits die Flotten der S-Bahn Rhein Main und S-Bahn Stuttgart mit Colibri ausgestattet – weitere werden folgen. Im Fokus steht 2020 auch die Weiterentwicklung der Fahrgastzählung und -lenkung: Sitzplatzsensoren werden die Auslastung der Züge ermitteln, ihre Besetzung wird via WLAN übermittelt.

3D-Druck unterstützt das Obsoleszenzmanagement

Die Verfügbarkeitsspanne von Ersatzteilen ist oft kürzer als die der Fahrzeuge, in denen sie verbaut sind. Das Obsoleszenzmanagement der DB Fahrzeuginstandhaltung umfasst neben der Bevorratung obsoleter Bauteile die Entwicklung von Ersatzlösungen oder den Nachbau – auch per 3D-Druck. So verlängern wir den Lebenszyklus der Fahrzeuge unserer Kunden. In diesem Jahr haben wir bereits etwa 4.000 Teile gedruckt – darunter auch ein 27 Kilogramm schweres Stahlbauteil für den Einsatz im Hochgeschwindigkeitsbetrieb. 2020 werden wir unseren Bereich 3D-Druck, den wir übrigens auch in unserer gewerblich-technischen Ausbildung verankert haben, weiter ausbauen.

Werkestrategie – gezielt in die Zukunft investieren

Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern haben wir ein Zukunftskonzept für die Werke der DB Fahrzeuginstandhaltung erarbeitet. Durch Optimierung der Qualität und Zuverlässigkeit wollen wir die Zufriedenheit unserer Kunden weiter steigern. Wir richten das Produktportfolio und die Ausstattung unserer Werke auf künftige Bedarfe aus und investieren gezielt in ihre Zukunft. Dabei stärken wir die in den Werken bereits vorhandenen spezifischen Kompetenzen. Konkret planen wir zum Beispiel, ab 2021 im Werk Cottbus die Instandhaltung von Diesel- und Hybridloks zu konzentrieren. Deshalb investieren wir dort in eine neue Produktionshalle. Das Werk Bremen fokussiert sich künftig auf die Aufarbeitung von Komponenten, insbesondere Motoren und Powerpacks. Dieses Produktsegment ist im internationalen Markt erfolgreich – wir werden hier weiter investieren.

Kompetenzzentrum Cottbus

Das Werk Cottbus, unser Kompetenzzentrum für dieselhydraulische und dieselelektrische Schienenfahrzeuge, ist darüber hinaus auf Umbauten spezialisiert, wie zum Beispiel Remotorisierungen oder Modernisierungen. Dem Werk wird bei der national angestrebten Verdoppelung der Fahrgastzahlen eine wichtige Rolle bei der Instandhaltung von Fernverkehrszügen zukommen. Dies gilt auch in Hinblick auf die Klimaziele. Unser Werk richtet sich derzeit strategisch auf die Umrüstung von Diesel-Lokomotiven auf klimafreundliche Hybridantriebe aus. Das geplante Projekt HELMS (Hybrid Electronic Mechanical Shunter) hat zum Ziel, dieselbetriebene Rangierlokomotiven von DB Cargo auf Hybridantrieb umzurüsten. Ergänzend zu den stationären Arbeiten bietet das Werk auch eine mobile Instandhaltung bei den Kunden vor Ort an. Somit entfallen die Transportwege, die Fahrzeugausfallzeiten werden auf ein Minimum reduziert. Wir sind überzeugt, dass alle Kunden von unserer Werkestrategie und der zukunftsorientierten Ausrichtung der DB Fahrzeuginstandhaltung profitieren werden.

Beim Blick nach vorn die Geschichte nicht vergessen

Wir blicken stetig nach vorn, vergessen dabei jedoch nicht unsere Geschichte und Traditionen. Unser Produktionsstandort Chemnitz feierte in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag, unser Werk Dessau wurde 90 Jahre alt. Und das Dampflokwerk in Meiningen öffnete zum 25. Mal seine Tore für die jährlichen Dampfloktage.

Hohe Erwartungen, große Chancen

Noch nie war der gesellschaftliche Konsens darüber, dass wir umweltfreundliche Alternativen zum Autoverkehr brauchen, so groß wie heute. Die Erwartungen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen sind groß, die Herausforderungen ebenfalls. Doch wenn die Branche sie meistert, hat sie Chancen wie nie zuvor. Wir werden als DB Fahrzeuginstandhaltung mit ganzer Kraft unseren Beitrag dazu leisten.

Im Namen aller Kolleginnen und Kollegen wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes, erfolgreiches neues Jahr!

Gorden Falk